WÖLLRIEDER GUTSHOF

DIE GESCHICHTE

1230

Das Gut Wöllried wird erstmals 1230 in einer Urkunde von Fürstbischof Hermann I. von Lobdeburg (1225 - 1254) erwähnt. Dieser nahm im Gut Wöllried das Kloster Vesra gegen die Ansprüche des Ritters Hartmann von Erdorf in Schutz.

1252

Das Gut Wöllried fungierte als Leprosenhaus. Es hatte sogar ein eigenes Siegel, welches bei der Weiderecht-Urkunde zwischen der Wöllrieder Genossenschaft und Rottendorf zum Einsatz kahm.

1340

Das Gut wurde an das Bürgerspital zum hl. Geist von der Stadt Würzburg auf ewig übergeben.

1342

Das Gut bekam einen Schutzbrief von Kaiser Ludwig ausgestellt, welches jedoch vom Domkapitel, dem eigentlichen Grundherr des Gutes, nicht anerkannt wurde.

1362

Nachdem das Bürgerspital das Gut Wöllried als Erbzinslehen zugesichert bekam, stimmte es endlich der Einrichtung eines jährlichen Gült zu.

1384

Das Gut wurde unter Fürstbischof Gerhard von Schwarzburg (1372-1400) zu seinen Mensalgütern zugezogen. Im Laufe der nächsten Jahre hatte das Gut Wöllried mehrmals durch den Erkauf von Rechten den Besitzer gewechselt.

1739

Angetrieben durch die Lage der verarmten Bauern, pachtete Philipp Adam Ulrich das Gut und baute es zum landwirtschaftlichen Mustergut aus. Er revolutionierte das jahrhundertealte Agrarsystem, indem er in der "Ruhezeit" Kartoffeln und Klee anbaute, welche bis dahin in der Landbevölkerung unbekannt waren.

1814

Das Gut Wöllried wird vom wohlhabenden Bankier und Finanzier Jakob von Hirsch für 42.000 fl erworben.

1841

Nach dem Tod von Jakob von Hirsch wird das Gut Wöllried an seinem ältesten Sohn Julius Jakob Joel von Hirsch, später dann an Salomon und Moritz von Hirsch weitergegeben. Im Laufe der nächsten Jahre wechselte das Gut wieder durch An- und Verkauf den Besitzer.

1935

In der Nacht vom 18. zum 19. Juli brach ein großes Feuer aus, welches sich über den ganzen Hof ausweitete. Während einige Gebäude die Katastrophe überstanden, wurden der Kuh- und Schafstall völlig zerstört, sowie einige Tiere getötet.

1979

Die Stadt Würzburg kaufte das Gut Wöllried von einer Erbengemeinschaft auf. Es entstanden auf der im Stadtgebiet gelegene Fläche des Gutes (ca. zwei Drittel) das Gewerbegebiet Wöllrieder Hof bzw. Würzburg Ost.

1986

Josefine und Roman Roth erwarben eine Ackerfläche von 6 ha direkt am Hof, sowie zwei Feldscheunen. Im Laufe der nächsten Jahre erwarben die Familie Roth immer weitere Flächen und Gebäude des Wöllrieder Guts.

2015

Nachdem das restliche Gut durch die Familie Roth gekauft und saniert wurde, konnten erste Gebäude bereits wieder genutzt werden.